BrasilienInfo Brasilien – Ein Land wie ein Kontinent!

header

Land mit Sonnengarantie

Man könnte auch ein bisschen deutlicher sagen: “Um welche Jahreszeit auch immer Sie sich entschliessen mögen, auf einen Besuch zu uns herüber zu kommen, stets werden Sie auch reichlich Sonnentage geniessen können“! Also keine Angst, in Brasilien gibt es keinen “verregneten Urlaub“ – besonders die Nordost-Region ist dafür bekannt, dass sie den Menschen mehr Sonne beschert, als ihnen lieb ist – manchmal fällt dort über viele Monate kein einziger Tropfen vom Himmel, die Pflanzungen verdorren, die Flüsse trocknen aus, die Bewohner des so genannten “Sertão“ (halbtrockenes Hinterland), dessen Erdoberfläche unter den Strahlen der Sonne aufplatzt, leiden Not.

Was für die Bauern des Nordostens zur Hölle werden kann, ist für die Touristen an der Küste ein Paradies: Sonne, Sand und Meer – der Stoff aus dem die Urlaubsträume vieler Europäer gewebt sind! Wenn es in Fortaleza (Ceará), Natal (Rio Grande do Norte), João Pessoa (Paraíba), Recife (Pernambuco), und Maceió (Alagoas) wirklich einmal regnet, dann höchstens für ein paar Stunden – und selbst Ihnen als Sonnenanbeter wird dann der Tropenregen als willkommene Erfrischung nach den vielen heissen Sonnentagen erscheinen – für die Sertão-Bewohner ist er ein himmlischer Segen, der ihre Hoffnung auf eine gute Ernte wieder aufleben lässt.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Bitte seien Sie besonders vorsichtig mit der brasilianischen Sonne! Besonders wenn Sie sich frisch eingeflogen, käsebleich und übermütig unter den intensiven Strahlen dieser Tropensonne ausstrecken – Ihr Urlaub könnte Ihnen, statt Regen, einen deftigen Sonnenbrand bescheren, der Ihnen die Haut in Streifen abzieht und die ganze Tour vermasselt! Also beachten Sie ein paar Regeln vom Experten: Die Tropensonne ist am angenehmsten (und am gesündesten) zwischen deren Aufgang bis zirka 10:00 Uhr morgens – und dann erst wieder ab zirka 15:00 Uhr am Nachmittag bis zu ihrem Untergang. Wenn Sie ihre wertvolle Haut zum ersten Mal dieser intensiven ultravioletten Bestrahlung aussetzen, dann genügen am ersten Tag zwischen 10 und 20 Minuten – wenn Sie einen guten Sonnenschutz mit Faktor 15 – 30 mitgebracht haben (und wirklich jede freie Stelle ihres Körpers eingecremt ist) dann können Sie auch ein bisschen länger unter der Sonne bleiben – aber vermeiden Sie in jedem Fall die besonders heissen Mittagsstunden.

Machen Sie es doch den Einheimischen nach und legen Sie sich in eine Hängematte im Palmenschatten. Mindestens ziehen Sie sich ein T-Shirt über – mit dem Sie durchaus auch ins Wasser gehen können! Steigern Sie dann die Sonnenbestrahlung von Tag zu Tag ein bisschen (Gut Ding will Weile haben), und Sie werden mit der gewünschten Urlaubsbräune zurückkommen und nicht mit in Fetzen herunterhängender Haut.

Irgendwo in Brasilien scheint immer die Sonne

Ganz besonders erlebenswert – und für Romantiker Auslöser der phantastischsten Gefühle – ist ein tropischer Sonnenuntergang, der manchmal in seiner Farbenpracht auch den coolsten “Macho“ überwältigt. Viele brasilianische Städte nehmen für sich “den schönsten Sonnenuntergang der Welt“ in Anspruch, aber das ist natürlich Quatsch – da die Schönheit der sinkenden Sonne, und damit meine ich in erster Linie das Farbenspiel eines solchen Spektakels, von den klimatischen Bedingungen des jeweiligen Gebietes und den unterschiedlichen Jahreszeiten der Beobachtung abhängt.

Aber es ist schon etwas dran, wenn jemand behauptet, das man die phantastischsten Sonnenuntergänge in den Tropen erlebt! Die brasilianischen Sonnenuntergänge, besonders im Nordosten und Norden unseres Landes, sind jedenfalls so ergreifend, dass ich schon Menschen erlebt habe, denen angesichts solchen Wunders die Tränen in Strömen über die Wangen liefen – andere haben sich verzückt geküsst – mir selbst fallen in einem solchen Augenblick alle meine Sünden wieder ein. Übrigens lösen Fotos von der untergehenden Sonne bei fast allen brasilianischen Betrachtern stets grossen Beifall aus – sie können sich an solchen Bildern nicht satt sehen – vielleicht auch ein Beweis dafür, wie sensibel die meisten von ihnen in ihrer Seele geblieben sind.

Übrigens ist ein tropischer Sonnenaufgang durchaus ähnlich erlebenswert, wird aber aus verständlichen Gründen weniger beschrieben oder fotografiert – besonders wenn man sich im Urlaub befindet. Sonnenaufgang ist etwas für Hähne und Hühner, die Tier- und Vogelwelt im allgemeinen und für die Jangadeiros, die einheimischen Fischer. Für die fängt der Tag genau da an, wo die Nacht aufhört – beginnt ihr harter Überlebenskampf noch vor den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne mit dem Reffen der Segel ihrer Jangadas (Flösse). Wenn dann die Sonne sich langsam aus dem Meer in den Himmel schiebt, haben die Flösse die Brandungswellen bereits hinter sich gelassen – und die Fischer segeln direkt hinein in das blutrote Sonnentor.